Der erste Columni-Event des Jahres war bereits sehr gut besucht. Der Verein hatte dafür hochkarätige Gäste eingeladen: Alexandra Bini, Mediensprecherin UPC, sowie Fabian Eberhard, Journalist beim Sonntagsblick. Die beiden sprachen über ihre Erfahrungen mit Shitstorms und gaben den Gästen so einen Einblick in den Umgang mit den digitalen Empörungswellen im Kontext der Organisationskommunikation sowie persönlich im Umfeld des Journalismus.
Fabian Eberhard war persönlich angegriffen worden, nachdem er letzten Herbst einen kritischen Tweet über eine Grossdemo in Warschau verfasst hatte. Der Shitstorm erreichte innert wenigen Tagen ein gigantisches Ausmass bis hin zu mehrfachen Morddrohungen gegen ihn und sein Umfeld, bis er seinen Twitter-Account deaktivieren musste. Doch auch die anschliessende Solidaritätswelle war überfordernd gross. Trotz seiner grossen Erfahrung mit kritischen sowie Hass-Kommentaren war dies ein neues Level. Da das Ganze eine orchestrierte Aktion gewesen sein könnte, war er dem Hass zu grossen Teilen einfach ausgeliefert. Wie er damit umging, erzählte er den Gästen auf dem Podium.
Auch Alexandra Bini hat bei UPC sowie zuvor bei der Credit Suisse Erfahrungen mit Shitstorms gesammelt. Im Kontext der Organisationskommunikation schiessen diese jedoch meist gegen das Unternehmen und nicht gegen spezifische Personen. Zuletzt hatte die Firma mit internen Unruhen zu kämpfen aufgrund der kürzlichen Ankündigung, die Sunrise werde UPC übernehmen. Da die Mitarbeitenden zwar vor den Medien, aber erst spätabends informiert werden konnten, wurden sie mitten im Feierabend von Push-Nachrichten überrascht.

Beide Gäste konnten den Teilnehmenden einen umfassenden Eindruck vermitteln, wie Shitstorms entstehen und wie sie, falls möglich, bereits zu Beginn bekämpft werden können.

Valérie Jost

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