Gut versteckt in den Hügeln oberhalb von Dietikon und Spreitenbach liegt eine wahre Märchenwelt. Den Weg dorthin weisen meterhohe giraffenähnliche Hirsche. Der Künstler Bruno Weber hat hier einen einzigartigen Skulpturenpark aus unzähligen Fabelwesen geschaffen. Am 1. Juli waren die ZHAW-Alumni des Fachbereichs Facility Management zu einer Führung durch dieses Reich eingeladen. Mit grossen Augen schritt die Gruppe von einer Phantasiewelt zur nächsten und erfuhr dabei Spannendes zur Entstehungsgeschichte des Parks und auch zum Leben des umstrittenen Künstlers.

Was vor 40 Jahren illegal begann - die Baubewilligungen wurden erst im Nachhinein erteilt -, wurde von Weber während eines halben Jahrhunderts zu einem 15'000 Quadratmeter grossen Gesamtkunstwerk aus bunten Fabeltieren, fantasievollen Skulpturen, Teichen und Waldgarten entwickelt. Inzwischen hat den Park auch die Stadt Dietikon als Kunst und Bereicherung anerkannt und 2004 wurde er zur kantonal beglaubigten Schutzzone erklärt. Nach dem Tod des Künstlers 2011 war lange Zeit unklar, wie es weitergehen würde mit dem Lebenswerk, 2015 stand es sogar kurz vor dem Aus, konnte aber im letzten Augenblick gerettet werden und wird heute als Stiftung weiterbetrieben.

Typisch sei, dass Webers Skulpturen oft auch eine Funktion erfüllten, so die fachkundige Führerin, beispielsweise mit Lichtern bestückt als Lampe oder mit Treppe und eingebautem Kühlschrank, wie bei der Katzenskulptur, die lange als Apéro-Treffpunkt fungierte. Weber habe viel mit Himmelsrichtungen und immer im Einklang mit der Natur gearbeitet. Ein Beispiel ist der über hundert Meter lange und fünf Meter hohe «Doppel-Flügelhund» von 2003, den Weber mit vier Mitarbeitern über mehrere Jahre erschaffen hat.

Zu Gast bei der Künstlerwitwe
Nach der Führung durften die Alumni einen Apéro beim schlossartigen, mit Figuren verzierten Wohnhaus Webers einnehmen und der Künstlerwitwe Anna Maria Weber lauschen, die ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte und vom Schaffen ihres mit 80 Jahren verstorbenen Gatten erzählte.
Der Bruno-Weber-Park ist inzwischen für alle Interessierten zugänglich, einzelne Bereiche können für Firmen- oder Privatanlässe gemietet werden. Informationen unter www.weberpark.ch

Majka Mitzel

Legende: Die Werke von Bruno Weber erinnern mitunter an Niki de Saint Phalle, Hundertwasser oder auch Gaudi.

Fotos: Kurt Amstad

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