Was bedeutet für Sie Alter? Das wollte das Hochschulmagazin ZHAW-Impact im Rahmen des Dossiers Silver Society von Absolventinnen und Absolventen, Studierenden sowie Mitarbeitenden – manche kurz vor der Pensionierung – wissen. Ab wann ist man eigentlich alt und woran merkt man das? Oder wann haben Sie sich das erste Mal alt gefühlt?

Andrea Gerber-Wilk, Vorstandsmitglied ALUMNI ZHAW | Alle wollen alt werden und niemand will es sein. Unser Zeitgeist verlangt ein Altern, welches «bitte schön» nicht mehr gesehen werden sollte. Das hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Alter ist für mich relativ. Ich fühle mich dann alt, wenn ich mögliche Lebensziele nicht mehr erreichen kann, wenn die Altersguillotine die Möglichkeit, Träume wahr werden zu lassen, nicht mehr zulässt. Das muss nicht unbedingt nur körperlicher Natur sein, das kann auch geistige, emotionale und seelische Komponenten haben. Dann schwingt mit dem Alterungsprozess Melancholie und sogar Traurigkeit mit, und das ist nicht schön.

Leandro Huber, Vorstandsmitglied ALUMNI ZHAW, Absolvent der School of Management and Law | «Man ist nur so alt, wie man sich fühlt», heisst es immer mal wieder. Jeder sträubt sich davor, alt zu werden, und jedes Mittel ist recht, um jung zu bleiben. Ich habe das nie verstanden. Für mich ist alt sein etwas Schönes. Es gibt für mich keinen schöneren Gedanken, als den Enkelkindern beim Spielen im Garten zuzuschauen und auf ein erfülltes und gelungenes Leben zurückzublicken. Und das, obwohl ich selbst noch keine Kinder habe. In meinen Gedanken bin ich stets gesund, hatte ein gutes Leben, und alle sind glücklich. Vermutlich ist das die Essenz meiner romantischen Vorstellung des Altseins. Erfahrungen machen, weiser werden und trotzdem gesund bleiben – hoffen wir, dass es so kommt.

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